Stella Copy
Hündin
ca. 40 cm
aber 18kg...
geb. ca. 2014
 
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Unverständlich!

Es ist eine wirklich arme Gegend. Die Leute müssen hart für ihr Geld arbeiten - so sie überhaupt eine Arbeit finden. Es ist relativ schwierig, einen registrierten Hund wieder loszuwerden. Trotzdem schaffen sich die Menschen Hunde an. Gerne auch mehrere. Dies ist wiederum nachvollziehbar insofern, als die Hundehaltung im Süden Italiens verhältnismäßig unkompliziert ist. Balkon oder Hof genügt. Alternativ kann man den Hund auch streunen lassen.

Soweit - so gut. Aber ab jetzt wird`s richtig schizophren. Der Hund ist plötzlich über - aus welchem Grund auch immer. Beschreitet man den komplizierten Behördenweg? Nein. Entscheidet man sich, den Hund einfach bis zu seinem natürlichen Lebensende durchzufüttern? Auch nicht.

Stattdessen stellt man den Hund gegen teures Geld in einer Pension ab. Monate- manchmal jahrelang. Hundert Euro monatlich über so lange Zeit wären schon bei uns kein Pappenstil. In der Gegend um Caserta ist das richtig, richtig viel Geld. Trotzdem wählen unglaublich viele Menschen diesen Weg. Gut - eine erkleckliche Anzahl davon stellt irgendwann die Zahlungen einfach ein. Dann bleibt die Pension auf den Hunden sitzen - und auf den Kosten. Andererseits gäbe es nicht so viele Hundepensionen, wenn sich das Ganze nicht trotz dieser Einbußen rechnen würde. Der überwiegende Teil zahlt also. Und zahlt. Und zahlt...

Man denke aber nun keineswegs, dass diese Leute mit Handkuss zustimmen, wenn jemand sich anbietet, den Hund zu adoptieren. Lieber lassen sie ihn im Zwinger verrotten. Denn ganz offiziell ist es ja immer noch ihr Hund - selbst wenn sie die Pensionskosten schuldig bleiben.

Verrückt, nicht?

Stellinas Schicksl kennen diejenigen von Ihnen, die regelmäßig mitlesen, schon von Giovannas Berichten her. Das blinde kleine Hundemädchen wurde in Pension gegeben, weil ihre Familie sie aus unbekannten Gründen nicht mehr wollte.

Können Sie sich einen blinden Hund, der wahrscheinlich bisher nicht viel mehr als den vertrauten Hof der Familie kennen gelernt hat, im Zwinger einer Hundepension vorstellen? Links und rechts hört er Hunde, die er nicht sehen kann, fremde Menschen, die er nicht einordnen kann, wittert überall unbekannte Gefahren - das macht Angst, die die Seele auffrisst. So ein Hund ist - um es mit Giovannas Worten zu sagen - wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Als wäre dieses Schicksal nicht schlimm genug, droht Stellina jetzt die Abschiebung in eine billigere Pension. Weniger Futter, schlechtere Behandlung, zum Blitzableiter werden für gefrustete Artgenossen, die nicht verstehen, was man ihnen angetan hat.

Stellina hatte Glück. Zweimal bis jetzt. Giovanna wurde auf sie aufmerksam, weil sie im Zwinger neben einem "unserer" Hunde untergebracht war und ihr somit quasi "vor die Füße" gefallen ist. Und sie konnte Stellinas Familie überzeugen, sich von ihr "zu trennen".

Jetzt muss Stellina nur noch einmal Glück haben...

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