Es ist ein lustiges Phänomen, dass jeder, den man regelmäßig um sich hat, zwangsläufig irgend einen Namen bekommt. Der rutscht dann einfach immer öfter immer leichter mit heraus.
Für uns ist sie jetzt Pinja (wobei die zweite Silbe gesprochen wird wie die letzte bei „Maharadscha“). Ich werde sie nicht ausdrücklich an diesen Namen gewöhnen, aber sie hat ihn von uns bekommen um zu benennen, um wen es geht. Sie ist vermutlich weiterhin auch die Kleine, die Rakete, die Ratte, die Fledermaus, die Piepsmaus, das Püppchen, die Prinzessin oder die Tippeltante. Das also nur am Rande.

Heute hat sie einen glamourösen Tag hingelegt.
Sie war ein richtiger Hund. Mittendrin dabei, toujours, aus freiem Willen. Und sie fand das großartig!!
Wir waren bei sehr netter Kundschaft, die immer eine Packung Kekse für die Hundebegleitung der Hufbearbeiterin parat hat. Diesmal also für drei. Es war wunderschön mit anzusehen, wie anständig sie sich benahm – vor allem, weil ich sie ja erlebt hatte, wie sie zu Anfang auf knisternde Tüten reagiert hatte (ausgeflippt ist sie).
Sie wurde in sicherem Abstand zum Arbeitsplatz, aber nah genug für mittendrin an ihrer 5 m Schleppleine angebunden, der zusammengekehrte Haufen Hufhorn wurde so platziert, dass sie dran kam (das war ein Fest! Bisher ist es noch alles drin geblieben!), die Stallkatze kam auf eine Stippvisite vorbei und sie hat sich ein ganz schön großes und ein ziemlich kleines Pferd angesehen.
Der absolute Brüller war allerdings, dass Ennio sie irgendwann zum Spielen aufforderte – und sie lustig mitspielte! Sie waren beide vorsichtig darum bemüht, die Emotionen nicht aus dem Ruder laufen zu lassen (die Fotos davon sind leider alle ziemlich wackelig, aber ich zeige sie trotzdem, denn es war zu herrlich) und hatten gemeinsam zuckersüßen Spaß. Sobald Ennio seine lustigen Ohren bekommt, ist eitel Sonnenschein. Dante bewachte derweil draußen das Auto.
Die Kundin geriet ob der Pinscherin geradezu in Verzückung und äußerte sich ausgesprochen anerkennend und wohlwollend zu ihr. Wie angenehm, wie klug, wie hübsch, sympathisch und folgsam sie sei. Jawohl! So ist es!
Nach der Arbeit haben wir noch eine Gassirunde zum Bach gedreht. Die Sonne schien so schön und der Mann konnte eine Büropause zum Auftanken gerade gut gebrauchen.
Die Laune war prächtig, wir haben Nachbars Jungvieh besucht, das seit ein paar Tagen wieder im Winterquartier ist, ein wenig im Gras gelegen und unterwegs habe ich die Leine einfach losgelassen.
Sie ist jetzt seit 20 Tagen hier. Noch nicht einmal und mit keiner Silbe hat sie den Eindruck vermittelt, sie wolle das neue, noch fremde aber eben das einzig verfügbare Rudel verlassen und sich auf eigene Faust durchs Leben schlagen. Sie zeigte keine Schreckhaftigkeit oder Anflüge von panischem oder ignorantem Hirnaussatz. Und so war heute der Moment, an dem sie zum ersten Mal so sehr mein Vertrauen hatte, dass sie ungebremst angeleint frei laufen durfte – und es war ein Geschenk dabei zuzusehen, wie sehr sie sich darüber freute. Die Ine (Serotonin, Dopamin…) sprühten Funken, sie sprang und hüpfte, flitzte und rannte – und blieb immer beim Rudel. Abrufen klappt super.
Als wir das erste Mal den Bach besuchten, war sie völlig außer sich ob der Tatsache, dass Ennio und Dante dort hinein gegangen sind: sie sprang graulend und kläffend das Ufer auf und ab und wollte dringend, dass die Großen dort umgehend wieder herauskommen. Also habe ich ihr gezeigt, dass ihr das Bachlaufen grundsätzlich auch möglich sei: es ist nur fließendes Wasser. Heute hat sie es ausprobiert und sprang – Spelunk! - einfach mit hinein.
Ihre Pfötchen heilen übrigens gut und werden merklich widerstandsfähiger. Die Krallen sind kurz und die Ballen werden fester.
Am Abend haben wir noch gemeinsam den Stall gemacht – auf viele Kilometer ist sie heute also nicht gekommen. Doch einen so zufriedenen, ausgeglichenen kleinen Pinscher wie heute hatten wir die letzten drei Wochen noch nicht!

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