Heute sind wir ausgeritten, das erste, sicher aber nicht das letzte Mal – es sei denn natürlich, übermorgen steht jemand da und sagt: die Kleine da ist doch in Wirklichkeit mein Hund! Und sie sagt: so einen hätte ich gern!
Links das Handpferd, in der Mitte das Reitpferd mit mir, rechts der Pflegling, drumherum Ennio & Dante: schade, dass niemand greifbar war um von dieser Szene ein Bild zu machen, es hat sicher amüsant ausgesehen.
Tatsächlich ist das hochgradig gefährlich, also bitte nicht nachmachen, nur weil der Nachbar ein paar Ponies rumstehen hat! Wir sind ein eingespieltes Team, meine Pferde und Hunde kennen mich in und auswendig (sie sind jetzt 20, 16, 12 & 5 Jahre bei mir) und wir haben gemeinsam schon viel geübt...

Da wir ja ballenschonend unterwegs zu sein haben wurde die Runde so gewählt, dass wir in ungefähr 20 - 30 Minuten (flottem) Schritt möglichst viel Wiesenweg oder Wiesenrand rechts haben. Sie läuft locker und lahmt nicht, obwohl ihre Füßchen echt ziemlich ramponiert sind. Die Schuhe versetzen sie beim Anziehen regelrecht in Panik und sitzen tun sie auch nicht besonders gut (oder ich verstehe nicht, sie einem zappelnden, quiekenden Hundle korrekt anzulegen). Wir verbuchen die geschundenen Ballen unter Trainingsschwund, denn an den Abenden der beiden vergangenen Tage, in denen wir Pausieren getestet haben, kam auch die Unruhe wieder auf. Sie piepst dann öfter und anhaltender (jetzt macht sie es kurz, wenn einer die Etage wechselt oder jemand an der Tür schellt & sie nicht gucken gehen darf) und fängt an herumzutippeln (normalerweise bewegt sie sich halt – in klein, das hat etwas Tippeliges, aber eben relativ entspannt). Ich hab‘ ja zum Glück keinen, aber auf Laminat geht so was echt schnell an die Nerven. Ebenso wie ein Piepsmaus-Tinnitus. Sie lässt es sich zwar verbieten...doch das Vertrackte an der Sache ist: selbst wenn sie weiß, sie sollte ohne angeborene Bedürfnisse sein, um brav zu sein – je mehr sie versuchen muss, sie zu unterdrücken, desto merkwürdigere Dinge passieren mit der Chemie in ihrem Gehirn. Sie wird fahrig und angespannt.
Solange sie also einige Kilometer zu tippeln hat am Tag, ist mit der Chemie und dem Gehirn alles fein – zumindest bisher. Sie ist in der Eingewöhnung, all das kann sich noch relativieren. Zumal ich mir sicher bin, dass sie sehr wohl spürt, dass sie hier nur geparkt ist. Menschen liest sie ganz genau und kennt sich recht gut aus. Respektable Erfahrungen mit allem Rutenähnlichen und auf- oder überschäumenden Emotionen hat sie offensichtlich zu wenige gemacht, damit verhält es sich ähnlich wie mit ihrer Abneigung gegen das Gegriffenwerden oder dem Hochheben. Sich dahingehend auf neue Maßstäbe einzulassen wird ihr gerade durch die Beobachtung der Großen sehr erleichtert, aber sie benimmt sich ihnen gegenüber immer noch hauptsächlich frustriert und sehr dominant.
Sie hat inzwischen jedenfalls wunderbare Schenkelchen, eine stattliche Schulter, griffige Nüßchen und einen strammen Rist bekommen. Noch etwas mehr Polster hier und da, dann sieht sie fantastisch aus…und fasst sich fantastisch an. Ein geschmeidiges Fell hat sie. Schön ist sie.

Und sie war wieder eine prima Beifahrerin. Da ich beim heutigen Termin direkt vor der Stalltür parken konnte, habe ich den Versuch gewagt, sie dort zu lassen – doppelt gesichert und in jeder Arbeitspause nach ihr sehend: sie hat sich nicht gerührt, nur geruht. So eine brave, taugliche Pinscherin.

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