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Birgit und ich stehen in engem Kontakt, kennt mich gut & wir schreiben fast täglich Whatsapp. Manchmal unverständlich meinerseits, weil ich im Auto sitze und Buchstabensalat veranstalte.
Heute habe ich sie gebeten, Stellina online zu stellen & ein paar Eckdaten geliefert. Wie immer eben.
Manchmal ist mir nicht bewußt, daß anderen nicht bewußt ist, was für mich normal ist.
Leider normal.
Warum geben soviele Italiener ihre Hunde in Dauerpension, war ihre Frage.
Wir haben MikrochipPFLICHT (!) in Italien, um das Aussetzen von Hunden zu Vermeiden.
Ein gechippter Hund kann nicht einfach entsorgt werden. Der Verlust, das Ableben oder die Weitergabe an Dritte muß
gemeldet werden (beim Tierärztlichem Dienst des örtlichen Gesundheitsamtes).
Die meisten Hunde sind nicht gechippt. Leider. Und auch viele z.B Lokalpolizisten wissen nicht, daß es eine PFLICHT ist,
nicht nur freiwillig. Der Polizist meines Ortes hat - auf meine Anfrage ob wir nicht mal eine Chip-Kontroll-Aktion machen wollen (ich brauche noch ein paar Freunde ;-)) gesagt, das ist unnötig, weil es ist nicht Pflicht. Pflicht wäre es Rassehunde, gute teure & gekaufte Hunde zu chippen. Nicht die Bastardini... Mir schwillt da ja die Halsschlagader, aber: Lächeln und Winken. Früher oder später krieg ich ihn...
Aber zurück: So, ein paar Italiener die die Pflicht auch wirklich als Pflicht verstehen haben ihren Hund gechipt. Und dann passierts. Aus irgendwelchen Gründen (Krankheit, Schwangerschaft, Allergie, Umzug, Unlust, etc..) wollen sie den Hund nicht mehr. Aber: sie können ihn nicht einfach aussetzen & irgendwo anbinden, er ist ja gechipt. D.h. sie müssen in den saueren Apfel beißen und eine Lösung finden. Die Lösung sind die florierenden Tierpensionen. Gegen ca. 100€ (schwarz) im Monat können Sie hier ihren Hund - lebenslang - parken. Nix anderes als Tierheim.
Im Fall von Stellina hat das die Familie gemacht, da sie aber nicht weiterhin jeden Monat 100€ zahlen können oder wollen, haben sie dem Betreiber gesagt, sie setzen sie in eine andere Pension. So, die anderen kenne ich ja auch. Geputzt und gefüttert wird maximal 3x die Woche, die Hunde sind mager, schmutzig und wenn sie krank werden schert sich keiner darum.
Und weil Stellina Box an Box mit William & Broccola ist, und weil ich sie jedesmal sehe, wie verzweifelt & traurig sie in dem Zwinger wie ein Fisch auf Landgang zappelt habe ich dem Betreiber der Pension gesagt, er soll einen Kontakt herstellen, zwischen mir und Stellinas Besitzerin.
Ich habe nicht gefragt, warum sie Stellina nicht mehr haben mag. Im Zweifel erzählt sie mir irgend eine Lüge. Und am Ende ist es auch egal, was der Grund ist.
Ich habe ihr gesagt, ich möchte Stellina adoptieren. Und das darf ich. Deshalb stellen wir sie nun öffentlich vor & hoffen bald auf eine Familie für die Hübsche!
Stellinas Schicksal ist kein Einzelschicksal. Viele dieser Hunde (Gilò, Botolino, Bulla, Love & Co.) sind in Pensionen "vergessene" Hunde gewesen, Hunde für die schon lange nichts mehr bezahlt wurde. Und wer nicht zahlt bekommt noch weniger zu fressen.
Auch das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber ich wollte nicht Stellina ins Gesicht schauen & zusehen wie sie weggebracht wird, und in irgendeinem Zwinger dieser verkommenen Welt krepiert und jahrelang vor sich hin vegetiert.
Die die uns vor die Füße fallen.... Da wären wir wieder.

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