Manche Strecken, die wir mit dem Auto zurücklegen, schaffen wir inzwischen ohne Erbrechen. Nicht alle, aber es wird anscheinend allmählich besser. Autobahn ist natürlich einfacher als Landstraße.
Warten im Auto geht gut. Allein (also: zu zweit oder zu viert unter Hunden allein) Zuhause bleiben geht auch. Bleib ohne mich in diesem Raum: geht ebenfalls.
Sagt man nichts, tippeln kleine Schatten hinter Fersen her.

Der Zaunkönig ist nicht zu motivieren, ein Spaziergänger zu werden. Er bleibt Schnüffler. Sein favorisierter Platz für seine Geschäfte ist nicht weit von der Haustür entfernt – und anschließend möchte er am liebsten auch umgehend dahin zurück. Er hüpft neben einen auf Bank und Bett und möchte dort nichts weiter, als sich zu einer kleinen Kuschelkugel einrollen und dabei sein. Ich überlege, ob er nicht vielleicht ein Taschen- oder Fahrradkörbchen-Hund ist. Er ist verspielt und aktiv – Zuhause und mit seinem Stofftierchen oder Hundefreund. Andere Hunde findet er ausnahmslos lustig und beginnt sein Kennenlernen mit der Aufforderung zum Spiel. Ein Spielzeughund! Wenn er gerade kein Spielzeug findet ( Dante sammelt ab und an ihre Spielzeuge wieder ein – die Knotenseile und diverse übriggebliebene, einzelne Körperteile des Teddys), holt er sich eine Socke. Oder Taschentücher aus dem Mülleimer. Sobald mir eines über den Weg läuft, bekommt er sein eigenes Stofftier…
Stubenrein ist er, solange man sich nicht darauf verlässt, dass er es ist und es nicht ausreizt. Er ist noch jung. Vor dem Essen, nach dem Essen. Nach dem Aufwachen, nach dem Spiel.   

Die Pinscher-Lady ist stubenrein, zuverlässig. Sie kommt – im Gegensatz zum kurzbeinigen Zaunkönig – an den Futterplatz der Hauskatze, lässt aber Mülleimer weitgehend in Ruhe. Sie ist sehr glücklich darüber, dass sie nicht mehr hochgehoben wird, seit sie selber Treppen läuft und selbstständig ins Auto klettert. Mittlerweile klebt sie nicht mehr am Boden fest, wenn man sich zu ihr herunterbeugt oder sie an Rücken, Brustkorb oder Bauch anfasst, sondern freut sich ein kleines Feuerwerk zurecht.
Nachdem sie dreimal Kekse fürs Herkommen bekam, kommt sie auf Lockrufe, anstatt auf Sicherheitsabstand zu gehen – allerdings läuft sie nach wie vor mit Hausleine, damit in dieser sensiblen Phase kein Malheur passiert. Erst, wenn ich davon ausgehen kann, dass das neue Verhalten verinnerlicht und auch in suboptimalen Situationen (ich komme gleich mit Dir die Treppe hoch, ich muss nur noch eben schnell den Katzennapf checken) abrufbar ist, wird die Hausleine gehen und ein nächstes Stückchen Freiheit gewährt werden können.

Wir haben Gilda besucht – die übrigens inzwischen ausgebildeter und zertifizierter Therapiehund ist und arbeiten geht – und ihre riesenhaften Tanten.
Der Erstkontakt verlief wie erwartet: der Zaunkönig hüpft jedem an die Lefze und bettelt um Spiel. Die Pinscherin wird steif und grummelt: Sieh‘ genau hin, wie groß ich bin!
Es ist keiner von beiden für seine jeweilige Unhöflichkeit aufgegessen worden (Danke, Rosalie! ), aber ich habe beiden vorsichtshalber gesagt, sie sollten es besser lassen und sich weitgehend höflich und unauffällig verhalten. Geht auch (Rosalie hat sie sicherheitshalber aber doch noch selbst daran erinnert – spätestens da hatten sie es verstanden).

Katzen werden immer besser. An ihnen vorbeilaufen und sie ignorieren klappt in - wie aushäusig nun schon einwandfrei. Die Königin des Hauses hat beide mittlerweile schon wenigstens einmal angegriffen (die haben sie beide auch schon mindestens einmal furchtbar erschreckt gehabt) - sitzt sie auf der Treppe, kommt da keiner vorbei. Dann steht man davor und winselt um Hilfe oder verbellt die freche Katze, von der man nun weiß, dass sie 5 gefährliche Enden hat und es so was wie einen Sicherheitsabstand gibt. Manchmal muss Mensch also die Katze vor dem Hund beschützen, manchmal den Hund vor der Katze.

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