...Teil 2

Wir sind bei Tag 5.
Für die Kleinen gibt es nun zweimal täglich Futter. Einmal morgens zum wieder auskotzen (nüchtern erbrechen, das kenne ich, ist noch ekliger) und einmal nach Feierabend zum Verdauen. Mal sehen – mein Arbeitstag besteht für Hunde nun mal aus Autofahren. Jedenfalls gibt es nun Industriefutter, allemal besser als den Wolfsfraß, den es bisher gab (auch mal sehen).
Ansonsten nimmt eben alles so seinen Lauf. Die ersten Eindrücke sind verarbeitet und es stellt sich schon hier und da ein Wiedererkennen von Wiederholungen ein. Sie steigt mittlerweile freiwillig ins Auto ein (was ich ihr hoch anrechne, denn es wird ihr wirklich schummerig hinten im Bus), Treppen sind abgehakt, sie lernt zu kommen, wenn man sie lockt, anstatt wegzulaufen, wie sie es gewohnt war, weil danach offensichtlich immer Anleinen und/oder Auf-den-Arm-Nehmen angesagt war, was ihr beides nicht taugt – bei mir läuft sie noch 24 Stunden mit Leine.
Er ist im Haus mittlerweile davon befreit, draußen eigentlich nur noch zu seiner eigenen Sicherheit, denn weg vom Rudel möchte er auf keinen Fall. Auch eigentlich gar nicht so dringend überhaupt raus. Kann natürlich sein, dass er einfach nur etwas länger braucht, sich an Unbekanntes zu gewöhnen – sie weiß offensichtlich genau, was Draußen ist. Sie rennt nun täglich 1,5-2 Kilometer, anschließend ist sie schon etwas ausgeglichener, doch im Grunde erst warm.
Sie lernt ‚Nein‘ immer besser umzusetzen und langsam beginnt sie auch darüber nachzudenken, weshalb es nur Keks gibt, wenn sie zuvor etwas geleistet hat. Weil mit Keks bekommt man sie. Immer. (Ihn auch – aber er tut sowieso, was man ihm sagt)
Das planlose Rumdominieren und Rumpöbeln an der Leine wird auch täglich sichtbar besser. Im Grunde muss man auch ihr bloß mitteilen, dass dieses oder jenes Verhalten unerwünscht ist. Es reicht ein entrüstetes: Äh?! Bei wirklich wichtiger Mitteilung ein ähnlich scharfes ‚Hey!‘ und - plopp – wird aus der kleinen Hexe eine kleine Tippel-Lady mit süßem G`schau, die einem um die Fesseln scharwenzelt und um weitere Instruktionen bittet.
Es ist immer das Gleiche: beobachten, im passenden Moment eine Aktion setzen, bewusst Körpersprache nutzen und die Reaktion des Hundes genießen. Bei ihr sollte man dafür schon auf Zack sein und Hunde nicht erst mühsam lesen lernen müssen, sondern am besten schon gut &selbstverständlich lesen können. Bei ihm kann man das ruhig noch üben. Er ist einfach gestrickt und sehr gut lesbar auch im Wechselbad der Gefühle. Sie ist da viel nuancenreicher und vor allem blitzschnell. Bei ihr entscheiden Bruchteile von Sekunden, ob sie der Katze einen schönen Tag wünscht oder ihr kurz vor der Berührung ihrer Nasenspitzen zubrüllt: „Hab‘ ich Dich, beiße ich 25x pro Sekunde!“. Jetzt existiere natürlich ich, die sich in diese Entscheidungsfindung massiv einmischt – was sie sehr begrüßt, sich jedoch augenscheinlich auch erst daran gewöhnen muss, dass sich ausgerechnet ein Mensch ( das sind die, die für das Knisterfutter zuständig sind und ansonsten eigentlich meist geduckt vor einem hin und her laufen und drollig brabbeln) für die Kontrolle potentieller  Krisensituationen zuständig fühlt. Das kleine Gehirn ist ziemlich beschäftigt.

Hier sind sie noch namenlos. Es gibt Töne für gut und für schlecht, herkommen und dableiben – fertig. Ihre eigenen Namen bekommen sie sowieso von den eigenen Menschen, abgesehen davon, dass ich das Gekrächze des italienischen Zaunkönigs gar nicht stolperfrei über die Lippen kriege und ihren Namen schlicht unpassend finde. Sie dürfte eher „Rocket“ heißen oder so…
Staubsauger übrigens: kein Thema. Im Haus kennen sich beide bestens aus.

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