von Hans G. Bentz

Heute möchte ich hier mal ein eher ungewöhnliches Buch vorstellen. Als das geschrieben wurde, gab`s noch keine Bücher über Hundeerziehung (beim Lesen bezweifelt man sogar gelegentlich, ob`s überhaupt schon sowas wie Hundeerziehung gab.....Lächelnd ) - und über Hundepsychologie hat sich ganz offensichtlich auch noch kein Mensch Gedanken gemacht. (Außer vielleicht Konrad Lorenz - aber dessen Buch "So kam der Mensch auf den Hund" ist grade mal zwei Jährchen älter und vielleicht noch nicht so ins Bewusstsein der hundeliebenden Menschheit eingedrungen.)

Aber auch wenn sich dem modernen Hundemenschen bei der Lektüre gelegentlich die Zehennägel aufkräuseln, halte ich dieses Buch dennoch für absolut lesenswert. Denn aus jeder Zeile spricht die Zuneigung des Autors zu seinen Vierbeinern, sein tiefes Verständnis für ihr Wesen und seine Bereitschaft, jeden einzelnen von ihnen als eigene, ganz unverwechselbare Persönlichkeit zu mögen und zu akzeptieren.

Und ganz nebenbei erhält man noch eine hübsche kleine Sittengeschichte "Leben und Treiben des deutschen Hundes von annodazumal...." - wobei das annodazumal so lange noch gar nicht zurückliegt.

Der Roman schließt unmittelbar an das  (im übrigen ebenso lesenswerte)  Buch "Puck - Roman eines Foxls" an. Puck ist mit vierzehn Jahren gestorben und seine trauernden Besitzer entdecken, dass sie es ohne vierbeinigen Begleiter einfach nicht aushalten. Herrchen begibt sich zu einem sehr dubiosen Hundehändler (selbstverständlich eine völlig indiskutable Art, zu einem Hund zu kommen - selbst wenn Giovanna damals noch nicht mal angedacht war....Lächelnd ), wo er aus reinem Mitleid einen jungen Springerspaniel kauft, obwohl er eigentlich eine ganz andere Art von Hund wollte.

Dieser Cocki entpuppt sich als ein übler Prolet und Macho reinsten Wassers. Seine stolzen Eigentümer betrachtet er bestenfalls als geduldetes Personal und hat durchaus auch keine Hemmungen, ordentlich zuzubeißen, wenn ihm etwas missfällt.  (Hätte dieser Cocki das Pech gehabt, ein heutiger Hund zu sein, wäre er vermutlich für Jahre in einem Bootcamp für schwererziehbare Hunde oder gleich im Hundehimmel gelandet......) Zum Glück (?)  für seine Besitzer ist er allerdings selten zuhause, da er meistens irgendwo im Dorf auf Freiersfüßen wandelt.

Trotz seiner Macken wird er sehr geliebt. Allerdings stellt Frauchen nach einigen Jahren fest, dass Cocki doch ein rechter Männerhund sei (was sich später übrigens ändert) und sie gerne einen eigenen vierbeinigen Begleiter hätte. Also kommt ein Zwergpudelwelpe ins Haus, und die Art und Weise, in der sie Herrchen den Familienzuwachs "verkauft", ist ein Muster an weiblicher Diplomatie und durchaus nachahmenswert.....

Besagter Zwergpudelwelpe - Peterchen - wächst sich sehr ungewöhnlich aus, und ein empörter Besuch beim Züchter offenbart denn auch die schreckliche Wahrheit:  Peterchen ist keineswegs ein rassereiner Zwergpudel, sondern das Produkt eines "Überfalls" durch einen uralten Foxl, dem das keiner mehr zugetraut hätte. Peterchen ist außerdem der letzte seiner Geschwister, denn alle anderen sind bereits im Hundehimmel gelandet. Selbstverständlich widerfährt dem armen Peterchen kein solches Schicksal - seine entsetzten Besitzer klemmen ihn umgehend wieder untern Arm und nehmen ihn nach Hause. Aber als ahne er, welches Damoklesschwert über ihm geschwebt hatte, bleibt Peterchen - obwohl von Welpe an geliebt und umsorgt - ein sehr zurückhaltender Hund, der dem Leben stets ein wenig misstraut - und sich im übrigen zum treuen Vasallen Cockis entwickelt.

Wieder vergehen die Jahre. Pfundskerl Cocki hat inzwischen sein Herz für Frauchen entdeckt, Peterchen ist halt Peterchen, und so steht Herrchen irgendwie ohne Hund da. Also kauft Frauchen (der Trend zur Mehrhundehaltung scheint schon damals überwiegend von den weiblichen Familienmitgliedern ausgegangen zu sein....Lächelnd )  Weffi, einen Drahthaarfoxl, der sein Zuhause an ein Baby abtreten musste. Weffi ist ein bildschöner, lieber, menschenbezogener kleiner Hund, aber leider unumstritten nicht grad` die hellste Kerze auf der Torte (Danke für den Ausdruck, Silvia - der ist soooo genial!) - und er geht den beiden anderen unbeschreiblich auf den Senkel! Relativ schnell kommt es dann zum offiziellen Showdown, der ziemlich übel  und für keinen der Beteiligten (Menschen inclusive) unblutig verläuft. Danach ist guter Rat teuer! Dem Ehepaar wird klar, dass es so nicht weitergehen kann. Keiner ist bereit, sich von "seinem" Hund zu trennen. Kurzfristig kommt die Überlegung ins Spiel, alle Drei herzugeben und nun endlich mal einen Hund anzuschaffen, den man wirklich wollte.

Dass es dazu nicht kommt, verrät ja schon der Titel, aber wie dann letztendlich aus den drei Kampfhähnen "der Bund der Drei" wurde, soll aber nun nicht mehr verraten werden. So ein ganz klein bisschen wollt Ihr ja möglicherweise vielleicht noch selber lesen...Zwinkernd!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok