Das 1991 erlassene Tierschutzgesetz in Italien gehört - was hierzulande den wenigsten bekannt sein dürfte - zu den strengsten der Welt. Unter anderem sieht es die Unterbringung sämtlicher streunenden Hunde in hierfür geeigneten Anlagen - sprich: Tierheimen - vor.
Mit Sicherheit auch aufgrund dieser gesetzlichen Vorgaben entstand im Mai 2005 in Caserta, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Kampanien, ein neues, wesentlich größeres Tierheim, das hundertzwanzig Zwinger und mehrere Ausläufe umfasst.
Nachdem es zu Schwierigkeiten mit der Gemeindeverwaltung kam, übernahm im November 2010 der Zivilschutz für mehrere Monate die Leitung des Tierheims von Caserta, die mittlerweile jedoch in die Hände von ehrenamtlichen Helfern übergegangen ist. Sie sind auch alleine für die Betreuung der Hunde zuständig. Die Tiere bekommen täglich frisches Wasser, die Zwinger werden sechsmal die Woche gereinigt es wird täglich gefüttert - keineswegs eine Selbstverständlichkeit in einem italienischen Tierheim.

Obgleich das sogenannte Streunergesetz mittlerweile gelockert wurde und die streunenden Hunde an Ort und Stelle bleiben dürfen, wenn sie nicht aggressiv oder krank sind und von den Anwohnern geduldet werden, beherbergt das Tierheim immer ungefähr vierhundertdreißig Hunde und einige Katzen. Zwar war die Aufnahme von Katzen ursprünglich gar nicht vorgesehen - weshalb die Samtpfoten in einer umgebauten Garage wohnen - aber vor dem Katzenelend die Augen zu verschließen, brachte von den Tierheimhelfern schlicht keiner über`s Herz.

Wieviel Zeit, Mühe und Engagement die ehrenamtlichen Mitarbeiter aufbringen müssen, um diese riesige Anzahl von Hunden auch nur mit dem Nötigsten zu versorgen, kann sich vermutlich jeder vorstellen. Durchführbar wäre dieses Großprojekt trotzdem nicht ohne den weit über seine Verpflichtungen hinausgehenden Einsatz des Amtsveterinärs, den sehr kompetenten Tierschutzbeauftragten der Stadt - und natürlich den vielen Menschen in Caserta, die - obwohl Caserta keine wohlhabende Provinz ist - sich um freilebende Streuner kümmern und für "ihre" Tierheimhunde Futter spenden.

Eine schwierige Situation - die im Grunde nur durch konsequent durchgeführte Kastrationsaktionen - die von cani-di-italia organisiert und bezahlt werden - und Aufklärung der Bevölkerung langfristig in den Griff zu kriegen ist.
 
 
 
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