Lieber Balto,

genau eine Woche ist es her, dass wir Dich aus dem Tierheim in Caserta abgeholt haben. Wir fanden Dich vom ersten Moment an goldig. Du warst ein so lieber und entzückender Kerl.
Die lange Heimfahrt hast Du wunderbar überstanden, nur auf deinen Sitznachbar im Auto - Paul alias Setterino - hättest du gut und gerne verzichten können.
Zuhause angekommen, hast du dich gleich wie ein alter Hase benommen, sofort Haus und Garten erkundet und festgestellt, dass Dein liebster Platz immer dicht an meiner Seite war. Du hast jedes bisschen Aufmerksamkeit und jede Streicheleinheit in Dich aufgesaugt und bist schwanzwedelnd durch die Gegend gesaust. Man hat dir dein Alter überhaupt nicht angemerkt.
Leider aber waren Deine Zähnchen in einem furchtbaren Zustand, Deine Nierchen auch nicht ganz OK und auch dein Herz war schon alt. Deshalb haben wir dich letzten Freitag operieren lassen. Weil die Zähne so übel waren, hat die Narkose fast 3 Stunden gedauert, und das, mein liebster Balto war wohl einfach zuviel für Dich.
Direkt nach der OP warst du noch relativ munter und anschmiegsam und ich dachte, alles wird gut.
Doch dann ging es Dir am Samstag plötzlich schlechter, die mobile Tierärztin hat dich gespritzt und trotzdem musstet Du dich dauernd übergeben. Es tat mir in der Seele weh, Dich so leiden zu sehen. Ich war immer an Deiner Seite und habe Dich gehalten.
Am Sonntag wurde es noch schlechter, aber Du bist noch gelaufen und hast auch noch ein bisschen gefuttert. Wieder Spritzen und wir sahen Licht am Ende des Tunnels. Die kommende Nacht war furchtbar, Du hast keine Ruhe gefunden vor lauter Übelkeit und erst um 3 Uhr morgens sind wir beide erschöpft zusammen auf der Matratze eingeschlafen.
Am Montag konntest Du fast nicht mehr aufstehen und es ging dir sehr schlecht. Wir sind sofort in die Praxis gefahren und dort hast Du den ganzen Tag Infusionen gekommen. Die Ärztin meinte, Du stündest kurz vor einem Darmverschluss und Du hattest nur noch 35 Grad Temperatur. Am Abend durfte ich Dich endlich nach Hause holen. Wir haben Dich unter dicke Decken gepackt, die Wärmelampe über Dir und ich hinter Dir. Wärmflasche an die kalten Pfoten. Deine Temperatur stieg wieder auf 37 Grad und Du hast getrunken.
Ich habe Dich gebeten durchzuhalten. Und Dir versprochen, dass Du für immer bei uns bleiben darfst!
In der Nacht habe ich Dein Bäuchlein massiert, Dich alle 1,5 Stunden gedreht, bin mit Deinen Beinchen Fahrradgefahren und Du wurdest immer schwächer und schwächer. Du konntest nicht mehr alleine aufstehen.
Ich habe bei Dir Wache gehalten. Und Du bist friedlich für immer eingeschlafen.
Ach Balto, es tut mir so leid. Ich wollte doch nur Gutes für Dich und Dir noch ein bisschen Leben ermöglichen. Du hattest es so sehr verdient.
Und habe so versagt. Bitte verzeih mir.

Babsi mit Familie und dem Rudel Emma, Daphne, Paul, Maria, Josef, Lotti, und Henriette