Lieber Fortunello, du wolltest so lange schon in Rente gehen, und nun waren es nur 34 Tage. Das ist furchtbar wenig im Vergleich zu zehn Jahren im Tierheim. Aber immer, wenn ich traurig werde, weil wir so wenig Zeit zusammen hatten, und das total ungerecht finde, zähle ich mir auf, was du in diesen 34 Tagen noch alles erlebt hast: Gras unter deinen Pfoten gespürt, Mäusespuren quer übers Feld verfolgt und dir mit Calvin Markierwettbewerbe geliefert („Da setz ich einen drüber!“) Pferde und Kühe und Ziegen gesehen und kräft verbellt. Untem Weihnachtsbaum gestanden und an Silvester furchtlos das Feuerwerk (von drinnen) miterlebt.  34 neue Menschen kennen gelernt, einen für jeden Tag, die dich alle streicheln durften. Nachts im orthopädischen Hundebett geschlafen und Siesta auf dem Kissen an der Terrassentür gehalten, mit Panoramablick in den Garten. Ausprobiert, wie Entenbraten, Parmaschinken, Dinkelzoo-Kekse, Wiener Würstchen und Ziegenkäse schmecken. Noch einmal Chef im Ring gewesen, auf freiem Feld, ganz ohne Leine. (Unvergesslich, wie souverän du als klappriger Senior mit einem kurzen Brummen und einmal Pfote auf den Rücken den doppelt so schweren und fünf Jahre jüngeren Labbi-Kollegen von Calvin in die Schranken verwiesen hast.) Und zum Schluss eingeschlafen im Kreis deiner Menschen und deines Hundebruders und begleitet von viel Liebe und einem großen DANKE dafür, dass du unser Leben in diesen 34 Tagen so bereichert hast. Wir vermissen dich, lieber alter Hundemann, und werden dich, deine Flügelohren (die so schön zu kraulen waren und dir den Spitznamen Dobby eingebracht haben), dein liebes Gesicht mit den klugen, zuletzt so müden Augen, deine Sanftheit und deine ruhige Würde nie vergessen.